Umspannwerk: CDU will Handlungsspielräume der Stadt im weiteren Verfahren ausschöpfen
Das geplante Umspannwerk auf Eschborner Feldgemarkung der Vorhabenträger TenneT und Amprion am besonders exponierten Standort „Streitplacken“ nimmt trotz des politischen Widerstands zunehmend Formen an. Mittlerweile sollen laut beiden Unternehmen rund 90 Prozent der benötigten Flächen im Bereich der sogenannten Standortvariante E2 in ihrem Besitz liegen. Aus Sicht der CDU-Fraktion muss die politische Strategie daher an die veränderte Ausgangslage angepasst werden. CDU und GRÜNE haben in der letzten Stadtverordnetenversammlung folgerichtig einen umfassenden Prüfantrag eingebracht, der im Besonderen auch darauf abzielt, im bevorstehenden Planfeststellungsverfahren die Position der Stadt zu stärken.
„Politik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit“, zitiert der stellv. CDU-Fraktionsvorsitzende Sebastian Brekner einen bekannten Satz. „Die Wirklichkeit für den von den beiden Vorhabenträgern favorisierten Standort, für die Naherholung, die Landwirtschaft und die Natur gefällt uns zwar überhaupt nicht, aber wir haben sie stets respektiert – und tun dies auch mit dem jüngst in der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Antrag.“
Nach wie vor wirbt die CDU für einen Alternativstandort. „Wir wollen unsere Instrumente in diesem Verfahren als Stadt prüfen und die Voraussetzungen dafür schaffen, auch im weiteren Verlauf alles dafür zu tun, doch noch einen Alternativstandort im Suchraum Eschborn durchzusetzen“, so Brekner. Sollte sich ein Alternativstandort nicht durchsetzen lassen, müsse die Stadt ihre Einflussmöglichkeiten auf eine möglichst verträgliche Umsetzung des Vorhabens nutzen. Dazu gehörten etwa Einfriedung, Bepflanzung und Bauweise.
Vor allem die Frage der Bauweise wollen die Christdemokraten im weiteren Verfahren erneut in den Blick nehmen. „Eine gasisolierte Ausführung ist nicht nur platzsparender, sondern auch sicherer vor äußeren Angriffen“, erklärt Brekner. Auch neue technologische Entwicklungen bei gasisolierten Anlagen sollten aus Sicht der CDU dabei geprüft werden.
Grundsätzlich gehe es der CDU nicht darum, den für die Energiewende erforderlichen Netzausbau infrage zu stellen. „Es ist unsere Aufgabe als gewählte Stadtverordnete, in Anerkennung der Tatsachen die Interessen der Menschen in Eschborn und Niederhöchstadt bestmöglich und nachhaltig zu vertreten“, so Brekner. Dabei sei die Haltung der CDU klar: „Für uns steht außer Frage, dass wir mit der Eschborner Gemarkung aufgrund der günstigen Lage im Netzplan einen Beitrag leisten wollen. Die konkrete Standortentscheidung stellen wir allerdings deutlich infrage.“
Mit dem Prüfantrag wolle die CDU deshalb sicherstellen, dass die Stadt auch im weiteren Verfahren alle Möglichkeiten ausschöpft, um einen Alternativstandort zu erreichen oder – sollte dies nicht durchsetzbar sein – die konkrete Ausgestaltung des Vorhabens möglichst im Interesse Eschborns zu beeinflussen.